Danke

Vor einem Jahr, am 2. Januar 2013, haben wir unsere neue NGO „Relief & Reconciliation for Syria“ gegründet. Es war ein Jahr des Ringens, ein Jahr der Trauer und der Bewährung. Doch dank Ihrer Unterstützung war es auch ein Jahr der Gnade. Heute ist es Zeit, Danke zu sagen und nach vorn zu blicken.
Die Lage in Syrien verschlechtert sich jeden Tag. Nach Angaben der UN wurden mehr als zwei Drittel der syrischen Bevölkerung vertrieben. Allein der Libanon beherbergt zwischen 1 und 2 Millionen Flüchtlinge – etwa ein Drittel seiner eigenen Bevölkerung. Die Geschichten, die wir bei unserer Arbeit vor Ort gehört und gesehen haben, erinnern mich an die schlimmsten Erinnerungen unserer Geschichte in Deutschland und Europa. Unsere Befürchtung, dass die Syrische Revolution in einen konfessionellen Krieg getrieben wird, wird zur Wirklichkeit. Das syrische Regime und andere Akteure haben diesen Weg kaltblütig gewählt, um ihre Macht zu erhalten. Aber es gibt Hoffnung. Wir sind beeindruckt von der tiefen Menschlichkeit, der wir in jedem Gespräch mit syrischen Flüchtlingen begegnen.
Im Juli 2013 haben wir unsere Arbeit im Norden des Libanon mit der Eröffnung unseres ersten Friedenszentrums für bedürftige Jugendliche begonnen. Wir haben alle großen Gemeinschaften der Region für diese gemeinsame Sache zusammengebracht. Beim großen Friedens-Iftar, den wir im Ramadan veranstaltet haben, waren Christen und Muslime der Region in ihrer Solidarität mit syrischen Flüchtlingen vereint. Sunniten und Alawiten, die im Konflikt auf gegnerischen Seiten stehen, haben hier zum ersten Mal gemeinsam gebetet. Bis Jahresende lebten 20 internationale Freiwillige in unserem Friedenszentrum und unterstützten unser einheimisches Personal beim Sprachunterricht und in der künstlerischen Arbeit. Mehr als 300 junge Flüchtlinge erhalten jetzt regelmäßig Unterricht. Wir bieten ihnen außerdem psychosoziale Unterstützung und, wo nötig, materielle Hilfe.
All das wäre ohne Ihre Unterstützung nicht möglich gewesen. Wir haben Ihre Spenden gut eingesetzt und konnten die Verwaltungskosten auf nur 4,2 % begrenzen – trotz der erheblichen Gebühren für unsere rechtliche Gründung in Belgien und im Libanon. Für die Fortsetzung und den Ausbau unserer Arbeit wird noch viel mehr gebraucht. Für 2014 planen wir, ein zweites und vielleicht sogar ein drittes Friedenszentrum in anderen Grenzregionen zu eröffnen. Wir wollen außerdem mehr direkte Hilfe in Syrien leisten, auch über andere syrische Organisationen, die wir in einem „Syria Peace Network“ zusammenzubringen begonnen haben. In den kommenden Wochen senden wir Ihnen unseren Jahresbericht, unseren Finanzbericht und einen ausführlichen Überblick über unsere künftigen Pläne.
Für heute möchten wir Ihnen noch einmal für Ihr Vertrauen und Ihre Unterstützung danken. Bitte bleiben Sie mit uns in Verbindung und denken Sie über eine neue Spende nach. Insbesondere bitten wir Sie, unseren Freund Pater Paolo in Ihre Gebete und Gedanken einzuschließen. Er wurde vor fast sechs Monaten entführt, und wir haben noch immer keine Gewissheit über sein Schicksal. Wir halten Sie auch darüber auf dem Laufenden.
Alles Gute für 2014!

