Generalversammlung in Brüssel

Ende Oktober 2012 haben wir uns zum ersten Mal in Brüssel getroffen, um unsere neue NGO als Antwort auf die Syrienkrise aufzubauen. Am 2. Januar 2013 waren wir beim belgischen Notar zur offiziellen Gründung. Ein Jahr später ist das erste Friedenszentrum in Betrieb. Mehr als 300 Flüchtlingskinder erhalten durch unsere Mitarbeitenden regelmäßigen Unterricht. Zeit, sich wieder zu treffen!
R&R Syria hat inzwischen mehr als 120 Mitglieder in 16 nationalen Sektionen. Delegierte aus ganz Europa und dem Nahen Osten sind auf eigene Kosten angereist, um sich am Wochenende des 7./8. Dezember 2013 in Brüssel zu einer außerordentlichen Generalversammlung zu treffen. Das erste Geschäftsjahr ist noch nicht abgeschlossen, aber wir mussten über unsere weitere Entwicklung sprechen. Wir planen, 2014 ein zweites Friedenszentrum im Libanon und vielleicht ein drittes in der Türkei zu eröffnen. Außerdem haben wir nach Wegen gesucht, mehr Hilfe nach Syrien hinein zu leiten, wo sie dringend gebraucht wird.
Unten finden Sie den Text der Resolution, die die Generalversammlung als dringenden Aufruf zur Solidarität mit dem syrischen Volk verabschiedet hat:
Resolution der
außerordentlichen Generalversammlung
Brüssel, 8. Dezember 2013
Anlässlich der 1000 Tage seit Beginn der syrischen Revolution,
mit Sorge feststellend, dass es an Solidarität mit dem syrischen Volk fehlt, das in dem Konflikt unter zunehmender Instabilität, Gewalt und Folter leidet,
aus 16 verschiedenen Nationen kommend, vereint in Solidarität mit dem syrischen Volk,
als Organisation, die Friedensarbeit mit humanitärer Hilfe verbindet, nach einem starken, inklusiven Frieden strebend, der auf Demokratie, Gerechtigkeit und Menschenrechten beruht,
in Anerkennung der großen Lücken in der humanitären Hilfe vor Ort und der Tatsache, dass ein Teil der humanitären Hilfe die Bedürftigen nicht ordnungsgemäß erreicht,
alarmiert darüber, dass humanitäre Grundsätze von einigen Akteuren des Syrienkonflikts mit Verachtung behandelt werden, und über die massiven Verletzungen des humanitären Völkerrechts,
rufen wir die internationale Gemeinschaft auf, das syrische Volk an die erste Stelle zu setzen, in Anerkennung der weitreichenden Folgen, die es hat, einer ganzen Bevölkerung nun schon seit 1000 Tagen des Konflikts grundlegende Menschenrechte vorzuenthalten, und sich in einer überwältigenden Geste der Unterstützung und Solidarität zu erheben;
Wir ermutigen die internationale Gemeinschaft, ihrer Verantwortung zum Schutz der syrischen Zivilbevölkerung gemäß der UN-Resolution A/RES/60/1 gerecht zu werden, wonach die internationale Gemeinschaft dafür verantwortlich ist, diesen Grundsatz in die Tat umzusetzen, um Bevölkerungen durch den gemeinsamen Einsatz geeigneter und wirksamer Mittel vor Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu schützen; Wir fordern die internationale Gemeinschaft daher eindringlich auf, statt geopolitischer Interessen die Anliegen des syrischen Volkes in den Mittelpunkt der Genf-II-Konferenz zu stellen und zumindest eine humanitäre Waffenruhe zu erreichen, die humanitäre Hilfe ermöglicht und der Bombardierung ziviler Infrastruktur ein Ende setzt; Wir rufen alle an der Syrienkrise beteiligten Akteure auf, Versöhnung und interreligiösen Dialog zu fördern, um die religiöse und ethnische Vielfalt Syriens und seiner Nachbarländer auf der Grundlage unbestreitbarer Menschenrechte zu bewahren; Wir fordern insbesondere die internationalen Medien und alle anderen mit der Syrienkrise befassten Akteure eindringlich auf, sich besonders darum zu bemühen, feindselige und antiislamische Stereotype zu vermeiden, etwa den abwertenden Gebrauch von Begriffen wie „Dschihadist“, und das Verständnis für den Anderen zu fördern; Wir rufen die internationale Gemeinschaft auf, auf die sich verschärfende humanitäre Krise in Syrien und seinen Nachbarländern in inklusiver und würdiger Weise zu reagieren und dabei ein wirksames und respektvolles Zusammenwirken vor Ort sicherzustellen; Insbesondere fordern wir die internationalen Geber eindringlich auf, mehr finanzielle Mittel für die Bewältigung der syrischen Flüchtlingskrise bereitzustellen und die jüngsten Kürzungen der humanitären Hilfe für Menschen in dringender Not zu überdenken.
