Oster-Friedensmarsch 2015

Christen und Muslime vereint in Solidarität mit Syrien
In den Osterferien, am Dienstag, dem 7. April, marschierten mehrere Dutzend Libanesen und Syrer, Christen und Muslime gemeinsam für Frieden und Gerechtigkeit in Syrien. In einer Zeit, in der Hass und Gewalt die internationalen Nachrichten beherrschen, wollten sie ein Zeichen der Solidarität zwischen verschiedenen Religionen und Überzeugungen setzen.
Am frühen Morgen fuhren Busse aus Beirut und aus Akkar ab, um sich in der atemberaubenden Natur des Qadisha-Tals zu treffen, des Heiligen Tals der Maroniten. Dort zeugen mehr als ein Dutzend alter Klöster, in die steilen Felsen gehauen, von der langen und reichen Glaubensgeschichte, seit die Maroniten selbst vor mehreren Hundert Jahren als Flüchtlinge hierherkamen, auf der Flucht vor Verfolgung in den sicheren Rückzugsort der Berge.
In der gegenwärtigen Lage, in der sich mehr als eine Million syrische Geflüchtete kaum bewegen können und immer mehr das Gefühl haben, nicht mehr willkommen zu sein, wollten die libanesischen und internationalen Mitglieder von Relief & Reconciliation ein Zeichen der Gastfreundschaft und der Solidarität setzen. Die libanesischen Jugendlichen, die an diesem Ostermarsch teilnahmen, luden die Geflüchteten in das Herz des Libanon ein. Die europäische Tradition der „Ostermärsche“ war viele Jahre lang ein Zeichen gegen das atomare Wettrüsten und die Stellvertreterkriege des Kalten Krieges. Hier im Libanon haben sie eine neue Bedeutung erhalten: Christen und Muslime für Freiheit und gegenseitige Freundschaft zu vereinen, gegen ethnischen Hass und Radikalisierung.
Vor allem aber war es ein herrlicher, sonniger Tag, der es unseren syrischen Freunden ermöglichte, der beklemmenden Enge der Flüchtlingslager zu entkommen. Der 15 km lange Marsch durch das Hochgebirge war anstrengend, doch nach einem kräftigen Mittagessen und einem abschließenden christlich-muslimischen Gebet waren alle bester Stimmung. Wir wollen das im nächsten Jahr unbedingt wiederholen – insha’llah!


