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Sie haben Qusayr überlebt – und syrischen Flüchtlingen wird Nothilfe verweigert

Zu Beginn unserer Arbeit für Hilfe und Versöhnung unter syrischen Flüchtlingen und libanesischen Gastgebern im Bezirk Akkar im Nordlibanon erlebt unser Team vor Ort, wie Überlebende aus dem Kampfgebiet von Qusayr (Syrien) eintreffen.

Die Geschichten, die wir hören, sind entsetzlich. Ein Überlebender sagte, er habe auf dem Weg zwischen Qusayr und dem Libanon 110 Leichen mit eigenen Händen begraben. Ganze Familien mussten bis zu 10 Tage durch die Berge laufen, ohne Essen, Wasser oder sonstige Vorräte. Sobald sie in Arsal ankommen, ziehen viele der Überlebenden in andere Regionen des Libanon weiter, um einen sicheren Ort zu finden. Wer dringend medizinische Behandlung braucht, wird vom Libanesischen Roten Kreuz aufgenommen und auf Krankenhäuser in verschiedenen Regionen des Libanon verteilt.

Doch das ist erst der Beginn einer weiteren Qual. Trotz der unglaublichen Anstrengungen, die viele Libanesen unternehmen, um syrische Flüchtlinge aufzunehmen, haben uns alarmierende Berichte über die Verweigerung von Nothilfe erreicht. Die meisten libanesischen Krankenhäuser sind private Einrichtungen und nehmen verwundete Flüchtlinge nur gegen Bargeld auf. Kein Geld, keine Behandlung! Einige Krankenhäuser sollen die Preise für syrische Flüchtlinge verdoppelt haben.

Wir trafen einen Flüchtling aus Qusayr, dessen 3-jährige Nichte in einem informellen syrischen Lager in Akkar von einer Schlange gebissen worden war. Nach seinem Bericht und den Krankenhausquittungen, die wir gesehen haben, wurde die Behandlung – ein kleiner Eingriff und Injektionen mit Gegengift – mit mehr als 6.000 US-Dollar abgerechnet. Er sagte, das Krankenhaus habe sogar mehr verlangt und sich dann mit dem niedrigeren Betrag „zufriedengegeben“. Ähnliche Berichte haben wir von anderen Flüchtlingen gehört. Das medizinische Personal sagt, der Zustrom neuer Flüchtlinge werde alle Kapazitäten übersteigen.

Dies ist erst der Anfang des massiven Zustroms von Überlebenden aus Qusayr. Jeden Tag kommen allein in Akkar etwa 50 schwer verwundete Flüchtlinge an. Tausende sind noch unterwegs. Mit den bescheidenen Mitteln einer neuen NGO trägt R&R Syria in den dringendsten Fällen zur Finanzierung medizinischer Behandlung bei, vor allem zugunsten der Jugend. Aber es wird viel mehr gebraucht. Akkar steht am Rand einer massiven humanitären Krise.

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