Spirituelle Solidarität in der Praxis

Muslime und Christen vereint für den Frieden

Zum neunten Mal kamen religiöse Würdenträger des Gouvernements Akkar, der Region unseres ersten Friedenszentrums im Norden des Libanon, mit syrischen Flüchtlingen und unseren libanesischen Freunden zum jährlichen Friedens-Iftar zusammen. Muslime und Christen verschiedener Glaubensrichtungen und Überzeugungen brachen in diesem heiligen Monat Ramadan gemeinsam das Fasten. Mehr als 200 Freunde unterschiedlichen Glaubens und unterschiedlicher Überzeugungen, die meisten von ihnen syrische Flüchtlinge aus den Lagern, kamen zu diesem Hauptereignis des Jahres zusammen und erneuerten ihre Verpflichtung, gemeinsam für Frieden und Gerechtigkeit zu arbeiten, in Solidarität mit den Ärmsten.
Die Friedens-Iftare sind jedes Jahr die wichtigsten Ereignisse spiritueller Solidarität, neben dem Oster-Friedensmarsch, der anlässlich des höchsten christlichen Festes begangen wird, und der jährlichen Solidarischen Olivenernte in der Tradition der Arbeiterbewegung. Die Mehrheit der einheimischen Bevölkerung und der Flüchtlinge in unserer Gegend sind sunnitische Muslime. Es ist eine örtliche Tradition, dass Muslime ihre Nachbarn während des heiligen Monats Ramadan zum Fastenbrechen einladen, in Form eines gemeinsamen Essens bei Sonnenuntergang.
Die religiösen Würdenträger aller großen Gemeinschaften unserer Gegend bilden den Kern des Lenkungsausschusses, der uns die wesentlichen Leitlinien für unsere Arbeit gibt. Wir unterwerfen uns seinen Weisungen unter einer Bedingung: dass ein Konsens gefunden werden kann. Hintergrund dieser Regel ist das Konzept der „Diapraxis“, wonach Vertrauen besser durch praktische Zusammenarbeit als durch Worte allein aufgebaut werden kann.
Zum ersten Mal schloss sich der neue maronitische Erzbischof von Tripoli, Mgr. Youssef Soueif, dem sunnitischen Mufti von Akkar, Scheich Zeid Zakariya, und dem orthodoxen Erzbischof, Metropolit Basilius Mansour, beim diesjährigen Friedens-Iftar an, zusammen mit weiteren Pastoren, Priestern und Scheichs der alawitischen, sunnitischen, orthodoxen, maronitischen und protestantischen Gemeinschaften. Es war ein großes Zeichen des Vertrauens und der Unterstützung, dass er zu diesem Anlass den ganzen Weg von Tripoli bis in die hohen sunnitischen Berge auf sich nahm.












