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Bildung in der Krise

Beginn unseres 7. Schuljahres im Norden des Libanon

Schülerinnen und Schüler lernen an Tischen in einem Klassenraum mit Handabdrücken an der Wand

Seit mehr als zwei Monaten sind die Menschen im Libanon auf der Straße. Das ganze Land ist blockiert, und mehr als ein Viertel der gesamten Bevölkerung hat sich den Protesten gegen die herrschende Klasse der Politiker angeschlossen. In den letzten Jahren haben wir viele Proteste in Beirut erlebt, aber noch nie haben sie sich auf alle Regionen des Landes ausgeweitet. Alle Banken, Schulen und Universitäten sind seit mehreren Wochen geschlossen, und die meisten Autobahnen sind gesperrt. In den ersten Wochen blieben die Demonstrationen friedlich, doch einige der herrschenden Parteien haben zuletzt versucht, konfessionellen Hass zu schüren.

In dieser angespannten Lage wird der gesamte Ansatz von Relief & Reconciliation auf die Probe gestellt. Wir haben alle Gemeinschaften in Akkar, der ärmsten Region des Libanon, um unser Anliegen vereint: die Zukunft der Jugend. Es ist uns gelungen, mehr als 1.200 syrische Flüchtlinge an öffentlichen Schulen einzuschulen. Und auch in diesem siebten Schuljahr seit Beginn unserer Arbeit konnten wir unseren Unterricht aufrechterhalten. Bisher besuchen mehr als 150 Schülerinnen und Schüler unsere tägliche Hausaufgabenhilfe sowie unsere Grundkurse in Lesen, Schreiben und Rechnen. Das letzte Schuljahr 2018/19 haben wir mit mehr als 300 Schülerinnen und Schülern abgeschlossen, auch dank eines Zuschusses von SlovakAid. Dorthin wollen wir in diesem Jahr wieder kommen.

Erwachsene stehen bei der Eröffnung der dritten Lagerschule von R&R in Kousha unter einem arabischen Willkommensbanner

Eröffnung der dritten R&R-Lagerschule in Kousha

Das einstöckige Schulgebäude mit einer weinberankten Pergola in Kousha

Das Schulgebäude hat 4 Räume und liegt neben einem informellen Flüchtlingslager, das seit 2012 besteht.

Ein Mann stellt in einem Klassenraum neue grüne und graue Tische und Stühle auf

Neue Ausstattung für die Klassenzimmer, ganz dank privater Spenden.

Ustaz Talal füllt Anmeldeformulare aus, umringt von Kindern und einem Mann

Ustaz Talal nimmt neue Kinder in die Klassen auf.

Kinder tanzen bei der Feier im Freien auf einer Matte

Aber zuerst einmal ist Zeit zum Feiern.

Jungen machen vor dem Schulgebäude ein Sackhüpfen

Wie im Friedenszentrum wollen wir den Kindern Bildung und Freude schenken.

In diesem neuen Schuljahr haben wir eine dritte informelle Lagerschule in der Nähe von Kousha in Akkar eröffnet. Wie in den ersten beiden Lagerschulen in Sahl Miniarah und Tell Aabbas wird der tägliche Unterricht von syrischen Lehrkräften gehalten. Es ist uns gelungen, alle Kinder des Lagers und der benachbarten Sammelunterkünfte an öffentlichen Schulen einzuschulen. Doch viele dieser Kinder haben noch nie in ihrem Leben einen Stift in der Hand gehalten. Sie brauchen viel Unterstützung, um mit dem libanesischen Lehrplan zurechtzukommen, der teilweise auf Französisch unterrichtet wird. In unserer Region gehen noch immer Tausende syrischer Kinder nicht zur Schule. 25 Euro im Monat reichen aus, um einem Kind tägliche Hausaufgabenhilfe und grundlegenden Alphabetisierungsunterricht zu ermöglichen.

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