Verteilung von Nothilfe

Die Vorbereitungen für die Eröffnung unseres ersten Friedenszentrums für junge Menschen aus verschiedenen Gemeinschaften, die von der Syrienkrise betroffen sind, haben ihre letzte Phase erreicht. Wir haben den Mietvertrag für ein großartiges Haus im Norden des Libanon unterzeichnet, kaum 10 km von der syrischen Grenze entfernt. Es wird am 15. Juli eröffnet und soll Anfang September voll in Betrieb sein.
Zur Vorbereitung unserer kleinen Eröffnung haben wir begonnen, Erste-Hilfe-Material an neu ankommende Geflüchtete zu verteilen, die aus der Hölle von Qusayr fliehen mussten. Nach einer gründlichen Bewertung des Bedarfs und der Krisenhilfe vor Ort haben wir beschlossen, an neu ankommende Geflüchtete Nothilfegüter zu verteilen, die in den Standardverfahren des UNHCR nicht vorgesehen sind.

Jedes unserer Nothilfe-Sets enthält ein Thermometer, eine Schere, eine elastische Binde, Pflaster, 250 ml reinen Desinfektionsalkohol, Jodlösung, Mercurochrom-Lösung, Wattestäbchen, Gummihandschuhe, Klebeband, Verbände, Tupfer, Watte, 250 ml Panadol für Kinder, 20 Tabletten Paracetamol und Brandsalbe.
In der informellen Zeltsiedlung, die unsere erste Hilfslieferung erhalten hat, leben 20 Familien mit 123 Menschen, die meisten davon schwer traumatisierte und verletzte Kinder. Die meisten mussten mehr als eine Woche lang unter schwerem Beschuss durch die syrischen Berge laufen, bevor sie den Libanon erreichten.
Doch ihr Leid ist noch lange nicht vorbei – keine der nationalen und internationalen Organisationen hat sich um die Verletzten gekümmert, nicht einmal um die Kinder. In den kommenden Tagen werden wir für die dringendsten Fälle eigene Spendenaktionen starten. Vorerst hat jede Familie mindestens ein Nothilfe-Set erhalten.

Unser Projektleiter vor Ort, Raymond, registriert jede Familie, die ein Nothilfe-Set erhält. Heute waren es 20. Einige von ihnen konnten sich nicht beim UNHCR registrieren lassen, weil sie alle Ausweisdokumente zurücklassen mussten. Damit haben sie keinen Anspruch auf internationale Hilfe. Für sie und Tausende andere wird viel mehr Hilfe gebraucht.
Wir halten Kontakt zu dieser Gemeinschaft und werden unsere Reichweite im Bezirk Akkar schrittweise ausbauen. Unsere Freiwilligen und Sozialarbeiter werden diese Siedlung mindestens einmal pro Woche besuchen. Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit mit einer kleinen Spende. Bitte nehmen Sie Kontakt mit uns auf, wenn Sie in diesem Sommer als Freiwillige oder Freiwilliger zu uns kommen möchten!
